Spionage-Software (Spyware) für Endverbraucher

Spionage-Software (Spyware) für Endverbraucher, auch Stalkerware oder Spouseware (Spouse = Ehepartner), ist eine spezielle Art von Schadsoftware die zur Ausforschung von Mitarbeitern aber auch Familienmitgliedern, Ehepartnern und Kindern eingesetzt wird. Mit etwa USD 20$ für ein monatliches Abonnement ist die Software relativ kostengünstig. Sie kann auf Mobiltelefonen und anderen Computern installiert werden, um Telefonanrufe, Chat-Nachrichten in Anwendungen wie Facebook, WhatsApp oder iMessage abzuhören, per Fernsteuerung das Mikrofon des Mobiltelefons anzuschalten, den momentanen Standort des Telefons durch Auslesen der GPS-Daten zu übermitteln, und die Webbrowsing-Historie des Nutzers zu speichern.

Ein Hauptproblem, abgesehen vom Eindringen in die Privatsphäre der Zielperson, besteht darin, dass die erfassten Daten auf Computern des Software-Anbieters gespeichert werden können. Dadurch könnten private, und potentiell kompromittierende Daten wie Chats, Textnachrichten, Fotos und Videos, in die Hände von unbefugten Dritten, beispielsweise durch einen Hackerangriff, gelangen.

Bei kürzlichen Sicherheitsvorfällen bei zwei Anbietern solcher Software, Retina-X und FlexiSpy, erbeuteten und veröffentlichten Hacker die Namen und Emailadressen von 130000 Nutzern. Eine der größten Firmen in diesem Bereich, mSpy, hat etwa zwei Millionen Abonnenten.

Nachdem Retina-X zum zweiten Mal von derselben Person, die sich Zugang zu von zwei von Retina-X hergestellten Apps, TeenShield und PhoneSheriff, erzeugten Fotos verschaffen konnte, gehackt wurde, gab die Firma am 5. März 2018 bekannt, dass sie den Betrieb aller ihrer Dienste »sofort und auf unbestimmte Zeit einstellt«.